Architektur - Steinwasen Park
STEINWASEN PARK - IN OBERRIED IM SCHWARZWALD
Ursprüngliche Situation:
Der Steinwasen Park liegt mitten im Südschwarzwald, oberhalb von Oberried, etwa
20km von Freiburg entfernt. Das Gelände hat sehr steile Hänge und ist von
dichtem Wald umgeben, überwiegend Schwarzwaldtannen. Die großflächigen
Tiergehege beherbergen etwa 20 verschiedene Wildtierarten, vom Luchs über Reh,
Hirsch und Wildschwein bis hin zum Steinbock. Auf dem See tummeln sich auch noch
einige Entenarten. Außerdem gibt es eine „Sommerrodelbahn“ mit Liftanlage, ein
Gebäude mit Restaurantbetrieb und einige Wirtschaftsgebäude für Tierfutter und
Maschinen.
Idee:
Adolf Braun, der Eigentümer des Steinwasen Park, wollte Attraktivität und
Wirtschaftlichkeit verbessern. Deshalb sollte das Freizeitangebot nicht nur
erhöht, sondern auch witterungsunabhängig gemacht werden, um es dann einem
breiteren Publikum ganzjährig öffnen zu können. Der Park mit seinem zum Teil an
steilen Hängen liegendem Wildgehege hatte bis dahin lediglich eine außen
liegende „Sommerrodelanlage“. Eine der zwei Bahnen war zwar überdacht und konnte
auch an manchen Regentagen genutzt werden, im Winter wurde die Anlage jedoch
mitsamt Sessellift wegen der witterungsbedingten Unwirtschaftlichkeit immer
abgeschaltet. So entstand die Idee, den größten Teil der geplanten neuen
Attraktionen, vor allem das neue Fahrgeschäft, nicht mehr wie üblich Außen zu
errichten, sondern im Innenraum aufzubauen. Adolf Braun wollte keine Kopie
irgendeines bestehenden Freizeitparks, sondern etwas ganz Großes und vor allem
ganz Neues. So sah ich mich als Architekt vor die schwierige Aufgabe gestellt,
diese großen Bauvorhaben in die sensible Landschaft einzufügen.
Die neue Situation:
Wegen der besonderen Geländeformationen bot es sich an, die Tunnelanlage in den
Berg hineinzubauen. Der oberirdische Teil des Baukörpers wurde dadurch reduziert
und zudem geschickt an Hang und Altbau anschmiegt, er passt sich gut in die
Landschaft ein. Auch der zu erwartende größere Parkplatzbedarf wurde elegant
gelöst. Die eingeschossige Tiefgarage mit 120 zusätzlichen Garagenstellplätzen
wurde unter den vorhandenen Parkplatz geschoben, eine Platz sparende und
unscheinbar wirkende Lösung.
Von der Parkplatzanlage geht es über eine Freitreppe zum Haupteingang des neuen
Gebäudekomplexes. Im vorderen Teil des Erdgeschosses befinden sich die
2-geschossige Eingangshalle mit Lobby und Restaurant, im mittleren große
Ausstellungsräume, mit der Erlebnisbahn für Kleinkinder und
Miniaturdarstellungen von typischen Schwarzwaldhöfen, im hinteren Teil gibt es
neben dem Ausgang zum Park noch weitere Attraktionen, wie Simulatoren für
Programme mit „Weltraum- und Tiefseefahrten“ und einen Abgang in die „Eiswelt“,
wo man den „Yeti“ und Tiere aus der Eiszeit antreffen kann, während der
„Gletscherblitz“ (von Firma Mack in Waldkirch) und der „Spacerunner“ (von Firma
Wiegand in Rasdorf) an einem vorbeiflitzen. Die neuen Anlagen sollten nach dem
Wunsch von Adolf Braun möglichst viel Bezug zur Geschichte des Schwarzwalds
bekommen, wie es die Nachbildung der Schwarzwaldhöfe zeigt. Mit „Eiswelt“ und
„Gletscherblitz“ wird sogar Bezug zur Urgeschichte des Schwarzwalds aufgenommen,
als vor 12.000 Jahren am Schauinsland die Gletscher sich zurückzogen.
Der „Gletscherblitz“ fährt auf einer 300m langen Coaster-Bahn und der
„Spacerunner“ auf einer 700m langen Bobkartbahn, auf der man richtig Gas geben
kann. Die unterirdischen Bahnen sind sehr kurvenreich angelegt und führen in
Tal- und Bergfahrt durch das Tunnellabyrinth. An beiden Wendepunkten gibt es 2
Kreisel, die in mehreren Ebenen durchfahren werden. Die Eingänge zu den 2
Bahnhöfen sind auf der Rückseite des Gebäudes angeordnet, gleich neben der
Talstation der bestehenden Sommerrodelbahn mit Liftanlage. In der Eingangslobby
des Erdgeschosses gelangt man über Treppen und Aufzüge zum Dachgeschoß des
Gebäudekomplexes, wo ein Cafe´ und ein großer Saal für wechselnde Ausstellungen
und größere Veranstaltungen untergebracht sind. Über eine große Dachterrasse
gibt es eine Verbindung zum Außenbereich des alten Restaurants.
Weitere Informationen erhalten Sie unter Tel +49.761.502888 oder Mail
info@fengshui.de .
Fotos: A. Tosic und Lorenz A. Witt